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21.01.2009 Neue Pilotstudie erforscht, wie das Internet die nachhaltige Entwicklung von Kommunen beeinflussen könnte
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Betonen den landesweiten Modellcharakter des geplanten Projekts (von links): Dekan Matthias Pierson, Experte Reza Asghari, die Samtgemeindebürgermeister Arne Pautsch (stehend) und Andreas Memmert sowie der Landtagsabgeordnete Frank Oesterhelweg.

Foto: BZ/Stephan Hespos

SCHLADEN. Das Internet kann viel, aber kann es auch die Lebensqualität in den Dörfern sichern? Schladens Samtgemeindebürgermeister Andreas Memmert ist davon überzeugt. Den Nachweis könnte eine neue Studie liefern.

Bis Ende des Jahres soll ein dreiköpfiges Team um den Computer-Experten Reza Asghari analysieren, welche Chancen die kabellose Datenwelt eröffnet. Den Leiter des Instituts für E-Business an der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel interessieren vor allem Nutzen und Wertschöpfung für Kommunalverwaltungen und Unternehmen - und wie Bürger davon profitieren können.
Den Auftrag für die Studie erteilte Memmert gestern gemeinsam mit seinem Sickter Amtskollegen Arne Pautsch. Je 5000Euro lassen sich die beiden Samtgemeinden die Expertise kosten, weitere 40000Euro gibt Hannover. Denn, so Asghari: "Wir machen hier ein Pilotprojekt."
Familien fragen nach DSL

Nach Ansicht des Fachmanns leidet der ländliche Raum unter erheblichen Wettbewerbsnachteilen. Denn nicht alle Dörfer und Betriebe seien mit zufriedenstellenden Breitbandleitungen (DSL) versorgt. Memmert verdeutlicht die praktischen Konsequenzen: "Wenn wir Bauland ausweisen, fragen die Familien, ob sich ein Kindergarten in der Nähe befindet. Und sie fragen nach der Qualität der DSL-Versorgung."
Die Forscher um Asghari werden nun prüfen, wie Kommunen und Unternehmen auf der ganzen Welt Bürger im ländlichen Raum über das Internet teilhaben lassen. Der Experte: "Eigentlich ist das ein Thema für große Forschungslehrstühle." Ferner soll das Computer-Team eigene Anwendungen entwickeln.

Voraussetzung für das so genannte M-Business oder E-Government (siehe Stichwort) ist, dass die digitale Spaltung der Gesellschaft überwunden werden kann. Die Samtgemeindebürgermeister Memmert und Pautsch setzen dabei auf frei werdende analoge Radiofrequenzen. Diese könnten künftig etwa dazu genutzt werden, Dienstleistungen zu übertragen. Zukunftsmusik? Ja, meint Asghari. Doch es sei besser, neue Entwicklungen mitzugestalten, als später darauf nur noch reagieren zu können.

Das Rad müssen die Experten nicht einmal neu erfinden. So können Bürger auf den Internetseiten der Samtgemeinde Schladen bereits heute viele Dienstleistungen abrufen, sei es das Anmelden für einen Kindergartenplatz oder das Buchen des Dorfgemeinschaftshauses. Dennoch stehe die Region im Landesvergleich nicht an der Spitze. "Der Raum Oldenburg ist wesentlich weiter als wir", meint der Landtagsabgeordnete Frank Oesterhelweg.
Bücher online bestellen

Das Ziel der gemeinsamen Initiative fasst Memmert so zusammen: "Wir wollen die verlorene Infrastruktur im ländlichen Raum durch mobile Internet-Anwendungen ersetzen." Anders ausgedrückt: Macht der örtliche Buchladen zu, soll man seine Bücher zumindest über das Internet bestellen können.

Von Stephan Hespos

Quelle: Braunschweiger Zeitung, Wolfenbuettel, 21. Januar 2009, Wolfenbüttel Lokales, Seite 42


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