Presse

16.06.2009 Mobile Farm für moderne Landwirte

Von Stephanie Peißker
WOLFENBÜTTEL. Die Computertechnik hat in den ländlichen Raum längst Einzug gehalten. Vieles aber könnte noch viel besser sein. Ein Herzenswunsch mancher Landwirte ist zum Beispiel die mobile Farm.
 
Zu diesem Thema veranstaltete Reza Asghari von der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel am Montag ein Werkstattgespräch mit Landwirten, Vertretern von Nordzucker, dem Landvolk und mehreren Firmen. Dabei ging es um die Frage, wie die Region die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie erschließen kann.
Klar sei, dass es vor allem beim schnellen Internet Defizite im ländlichen Raum gebe. Asghari: "Wir wollen ein Netzwerk schaffen mit denjenigen, die in der Landwirtschaft das Potenzial haben, innovativ zu arbeiten."
Carsten Giffhorn, Landwirt aus Volzum, brachte die mobile Farm auf den Punkt: "Der Hauptgedanke ist, dass der Landwirt an jeder Stelle seines Betriebes Zugang zu seinem PC und damit zum Internet hat." Asghari: "Hinzu kommt die Verwaltungskommunikation mit Behörden, die auch von jedem Ort aus über das Internet funktionieren sollte."
"Nicht zu vergessen allerlei Abfragen und Meldungen, die derzeit noch über unterschiedliche Formulare gestellt werden müssen. Wenn hier Daten verknüpft werden könnten, wäre das für viele Landwirte eine Vereinfachung", meinte Frank Oesterhelweg, CDU-Landtagsabgeordneter.
Zum Hintergrund berichtete Asghari, dass er mit Oesterhelweg und Schladens Samtgemeindebürgermeister Andreas Memmert im vergangenen Jahr im Landwirtschaftsministerium Gespräche geführt habe. "Für den ländlichen Raum wollen wir einen Masterplan aufstellen. Das bedeutet, wir schauen, welche mobilen Anwendungen es schon gibt und welche noch hinzugefügt werden könnten", so Asghari.
Ein Beispiel: Wären Wildkräuter auf einer entsprechenden Software beschrieben, könnten Landwirte sie mit auf dem Acker gefundenen Kräutern im Computer vergleichen. Sie könnten auf diese Weise erfahren, welche Pflanzenschutzmittel sie an dieser Stelle auf dem Acker sinnvoll einsetzen könnten.
Die mobile Farm gehöre zu den Projekten, die im Integrierten ländlichen Entwicklungskonzept grundlegend erarbeitet worden seien, berichtete Schladens Samtgemeindebürgermeister Andreas Memmert. Insgesamt gebe es 120 Projekte, 40 seien Leitprojekte.
 
Reza Asghari (rechts) und Frank Oesterhelweg (dritter von links) zeigen Ulrich Löhr Wildkräuter. Wären die Kräuter im Programm schon eingescannt, könnte die Software ein geeignetes Pflanzenschutzmittel ausweisen.


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